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Entwicklung

Am 1. September 1955 begann zwischen Halle/S. und Köthen der elektrische Zugbetrieb in der DDR. Zum Einsatz gelangten wieder Instandgesetzte Bo'Bo'- Elektrolokomotiven der Baureihe E 44, die 1946 zusammen mit weiteren E-Loks aus Schlesien und Mitteldeutschland in die UdSSR abtransportiert worden waren. 1952 waren sie von dort zurück gekommen.

Ende 1957 hatte die Deutsche Reichsbahn 85 Kilometer unter Draht, weitere 220 km waren im Bau. Von den Baureihen E 04, E 44 und E 94 waren 50 Maschinen nun wieder Einsatzbereit. Zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass diese Maschinen für das geplante Elektrifizierungsprogramm nicht ausreichten.

Ende 1956 bekamen die Lokomotivbau-Elektrotechnischen Werke (LEW) Hennigsdorf den Auftrag zur Entwicklung einer neuen Bo'Bo'-Lokomotive. Da die Bemühungen um eine Lizenznahme der DB Baureihe E10 scheiterten, mussten die LEW sämtliche Ausrüstungen selbst konstruieren. Die Entwicklung und Fertigung der erforderlichen 16 2/3-Hz-Ausrüstungen war Neuland für die Elektroindustrie der DDR, während für den Fahrzeugteil die LEW auf Erfahrungen mit an die PKP gelieferten Gleichstromlokomotiven der Baureihe EU 04 aufbauen konnten.

Notgedrungen musste nun eine Orientierung nach den bei der DR vorhandenen Triebfahrzeugen und den auf ihnen befindlichen Hauptkomponenten wie Haupttransformator und Fahrmotoren erfolgen. Als Vorbild kamen nur Komponenten der Schnellzuglokomotive E 18 in Frage. Entschieden wurde am Schluss weitgehend nach dem Vorbild der E 18 - Ausrüstungen nur den Haupttransformator mit Hauptnockenschaltwerk und den Zusatz- und Regeltransformator für eine Niederspanungssteuerung nachzubauen. Die Fahrmotoren und die übrige Ausrüstung mussten selbst Entwickelt werden. Den Wechselstrom-Fahrmotor für die neue Lokomotive berechneten und konstruierten die Ingenieure des Sachsenwerkes Niedersedlitz bei Dresden.
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